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Folie 1:
Einleitung

- Vielen Dank für
die Einladung. Die meisten von Ihnen kennen meine Position vermutlich.
Aufbauend auf den Analysen der Geologen Campbell und Laherrere und durch
eigene Recherchen bin ich zu der Überzeugung gelangt, daß
die weltweite Ölversorgung auf dem heutigen Produktionsniveau äußerst
labil ist und sehr schnell empfindlich gestört werden kann. Heute
abend will ich versuchen, Ihnen ein paar Einsichten für diese Position
zu vermitteln. Und ich habe mir lange überlegt, ob der Titel nicht
zu dick aufgetragen ist. Doch ich denke, nein: Ich weiß nicht,
wie die Zukunft sich genau entwickeln wird, aber am wenigsten wahrscheinlich
scheint es mir, daß die kommenden 5 Jahre so stabil verlaufen
werden wie die vergangenen. Eine Nervosität ist angebracht. Und
diese Nervosität spiegelt sich ja bereits an den Ölmärkten.
Eine kleine Störung kann diese jederzeit in einen chaotischen Zustand
versetzen. Je mehr wir uns vom Öl entwöhnen, desto verträglicher
wird der ohnehin notwendige Übergang weg vom Öl sein, je länger
wir damit warten, desto chaotischer wird er verlaufen!
- Zunächst möchte
ich grundlegende Zusammenhänge am Beispiel der Ölproduktion
in der Nordsee aufzeigen. Diese sind qualitativ für jede Region
ähnlich. Mit derartigen Analysen kommt man zu globalen Einsichten,
die ich nur zusammenfassend vermitteln kann, um dann auf die aktuelle
Situation einzugehen.
- Zum Abschluß
möchte ich einiges über die kalifornische Energiekrise sagen.
Dort erleben wir gerade das Abstürzen in einen chaotischen Zustand,
der von den meisten dort Lebenden noch gar nicht so wahr genommen wird.
Ich halte diese Situation für äußerst gefährlich,
sie kann sehr leicht auf die globale Lage rückwirken.
- Ausführliche
Informationen können Sie unter www.energiekrise.de ansehen. Dort
findet man insbesondere eine kritische Auseinandersetzung mit den Reserveanalysen
der US-GS und den darauf aufbauenden Prognosen des US Department of
Energy (Energy Information Administration) über die künftige
Ölproduktion im Forum unter news.
Folie2: UK
– Ölfunde und Ölproduktion

- große Funde
in den 70er Jahren
- Produktion lebt
fast ausschließlich von den vergangenen Explorationserfolgen
- Produktionseinbruch
1985 durch administrative Eingriffe nach Unfall bedingt, daher anschließend
wieder schnelles Hochfahren der Produktion
- 1999 hat UK voraussichtlich
das Maximum überschritten,
- nach Produktionssteigerung
1998 und 1999 um jeweils 3-3,5 %, Einbruch in 2000 um 7 %, wovon im
2ten Halbjahr über 10 %.
Folie 3: UK
– Ölfunde und Reserven
- die Daten aus Folie
2 wurden aufsummiert, um eine zeitliche Übersicht zu erhalten.
- Neufunde sind kaum
noch zu erwarten – die neuen Technologien bestätigen dieses Bild
eher, da man jetzt jede "Stecknadel" in einem Heuhaufen finden
kann
- Von den kumulierten
Neufunden wurde die bisherige Produktion abgezogen
- Damit erhält
man den zeitlichen Verlauf der Ölreserven. Diese nehmen seit 25
Jahren ab, in den letzten 10 Jahren sogar sehr stark
- Zusätzlich
sind in der Öffentlichkeit populäre Zahlen von Reservestatistiken
eingetragen, in diesem Fall aus BP Statistical Review of World Energy.
Wie man sieht, haben diese wenig mit der Realität zu tun.
- Diese berichteten
Reserven können noch lange wachsen, obwohl die tatsächlichen
Reserven immer weiter schrumpfen
Folie 4: Produktionsverlauf
des größten UK-Feldes Forties
- typisches offshore
Produktionsprofil: Die Produktion wird sehr schnell ans Maximum gebracht.
Sobald der Druck im Ölfeld nachläßt, die geologische
Struktur sich verändert oder das vorrückende Wasser einzelne
Bereiche isoliert, nimmt auch die Produktionsrate ab.
- Nach Überschreiten
des Maximums kann man sehr schnell auf die künftige Produktion
schließen.
- Ebenfalls kann
man die anfänglichen Reseveangaben sehr schnell erhärten.
In den Berichten wird jedoch nur ein kleiner Teil der anfänglich
abgeschätzten Reserve als "proven Reserve" angegeben.
- In der Vergangenheit
wurde daher die berichtete Reserve dieses Ölfeldes mehrmals nach
oben bewertet, obwohl die Produktion von Jahr zu Jahr zurück ging.
Diese Höherbewertung bereits produzierender Felder ist für
viele Ölfelder typisch und ein wesentlicher Grund, warum die Reserveangaben
kaum einen Einfluß auf die künftige Produktion haben.
- Ebenfalls eingetragen
ist die Produktionsaufnahme durch 5te Bohrplattform. Diese konnte nur
einige Jahre die Produktionsrate erhöhen, danach ging sie auf die
ursprünglich zu erwartende Kurve zurück. Technologie kann
fehlende Reserven nicht ersetzen
- Die Überlagerung
solcher Felder gibt eine Produktionskurve mit immer steiler werdendem
Produktionsabfall. Dies zeigt die nächste Folie
Folie 5: UK
Produktion und Prognose
- Die großen
Ölfelder wurden in der Frühphase angeschlossen
- Das Produktionsprofil
wird immer steiler
- Es müssen
immer schneller neue Felder angeschlossen werden, diese sind immer kleiner
und steilen das Profil noch mehr auf. Ein Wettlauf, den man nicht über
lange Zeit aufrecht halten kann
- Vernünftige
Politik: "Weiche Landung", je länger das Produktionsniveau
gehalten wird, desto steiler wird der Absturz
- In UK vermutlich
innerhalb der kommenden 10 Jahre Rückgang um 50 – 60 %
- Dieser Rückgang
wird auch in Norwegen erfolgen
- Dieser Rückgang
erfolgt in Alaska bereits: Seit 1989 innerhalb von 10 Jahren Rückgang
um 50 %
- Dieser Rückgang
ist Ursache in Rußland. Nach 1989 wurde nicht investiert, innerhalb
von 5 Jahren ging die Produktion um 40 % zurück
- Dieser Rückgang
steht der Welt bevor: Je länger wir versuchen, das hohe Produktionsniveau
zu halten oder noch auszubauen, desto steiler wird der Abfall werden
Folie 6: Welt
Rohölfunde und Ölproduktion
- Die größten
Felder wurden vor 50 und 60 Jahren gefunden (die beiden größten
Felder enthalten 20 % des insgesamt gefundenen Öls)
- Das meiste Öl
wurde in den 60er Jahren gefunden
- Insgesamt kennt
man 42000 Ölfelder, bereits in 320 Feldern sind 75 % allen Öls
enthalten; diese 320 Felder sind fast alle älter als 30 Jahre.
- Heute findet man
meist nur noch kleine Felder
- Wenige Ausnahmen:
V.a. tiefes offshore vor Brasilien und Angola, in 20 Jahren bisher etwa
30 Gb in mehr als 300 Feldern – dies entspricht einer Weltjahresproduktion
(Zum Vergleich: 1948 wurden 120 Gb in einem Feld gefunden!)
- Das Jahr 2000 wird
seit 16 Jahren erstmals wieder fast soviel Neufunde erbringen, wie verbraucht
wurden. Es wird vermutlich den Höhepunkt der offshore Exploration
bringen.
Folie 7: Ölfunde
und Reserven
- seit 20 Jahren
nehmen die Reserven ab
- Diskrepanz zur
öffentlichen Reservestatistik
- Extrapolation ergibt
die wahrscheinlich insgesamt zu findende Ölmenge
- Diese Analyse hier
für Rohöl durchgeführt. Einbeziehung von Flüssiggas
verschiebt die Summenkurve um ca. 200 Gb nach oben; Die Beschränkung
auf Rohöl ist deshalb sinnvoll, weil das Produktionsprofil von
Rohöl im wesentlichen das Maximum der Gesamtproduktion bestimmt
und weil Rohöl und NGL/Kondensat nicht beliebig austauschbar sind;
so z.B. müssen Fahrzeuge umgerüstet werden, bevor sie mit
Flüssiggas betrieben werden können und zum Vertrieb muß
eine zweite Infrastruktur aufgebaut werden
Folie 8: Weltölkrise
des Jahres 2000
- Ökonomische
Erklärung für die Ölkrise. Nach Wirtschaftskrise in Asien
und Ölverbrauchsrückgang waren die Lagerbestände zu hoch,
daher Preisverfall
- OPEC reagierte
zur Überraschung aller Analysten geschlossen mit großer Produktionsdisziplin
und Drosselung
- Die Daten stammen
von der US-Energiebehörde; die OPEC hat deutlich andere Bestandszahlen
registriert. Welche Daten richtig sind, ist schwer zu beurteilen. Diese
Diskrepanz zeigt jedoch, daß man derartigen Statistiken (auch
wenn sie offiziell sind) nicht notwendigerweise vertrauen kann
Folie 9: Weltölproduktion
- Nur die OPEC-Staaten
waren in der Lage, ihre Produktion den politischen Gegebenheiten entsprechend
schnell zu variieren
- Alle anderen Regionen
erhöhten die Produktion so lange sie konnten
- Bsp. 1971 Maximum
der USA, als die OPEC sich ihrer Macht bewußt wurde kam es zur
ersten Ölkrise
- Bsp. 1979: Die
zweite Ölkrise fiel deshalb so stark aus, weil Rußland seine
Produktion nicht mehr ausweiten konnte
- Bsp. 2000: Die
Drosselung der OPEC-Produktion konnte nicht durch die Non-OPEC-Staaten
ausgeglichen werden, obwohl diese ja über 60 % Produktionsanteil
haben
- Die NON-OPEC-Staaten
sind vermutlich am Produktionsmaximum, daher fällt diese Krise
so stark aus. In Zukunft wird der non-OPEC Produktionsanteil tendenziell
nur noch abnehmen.
- Die Marktmacht
der OPEC-Staaten steigt – jeder Produzent dort kann globale Ölkrise
auslösen, wenn er dazu motiviert ist – dies ist eine äußerst
labile Situation
- Einzige Unbekannte
ist, wie stark kann die OPEC ihre Produktion noch erhöhen und wie
lange kann sie dieses hohe Produktionsniveau halten. Die Einschätzung
der LBST ist, daß in höchstens zehn Jahren das Maximum der
Weltölproduktion erreicht wird, vermutlich jedoch bereits deutlich
früher
Folie 10: US-Ölbestände
- In den USA waren
2000 die Ölbestände die niedrigsten seit 24 Jahren
- Selbst das Department
of Energy glaubt, daß 2001 die Situation nicht besser werden wird
- Ich vermute, daß
sie sich eher noch zuspitzen wird
- Die Gefahr eines
hohen Ölpreises nimmt eher zu als ab
Folie 11: Ölproduktion
der USA
- Im Jahr 1971 war
das Produktionsmaximum, seither nimmt die Produktion ab
- In Alaska war 1989
das Produktionsmaximum, seither halbierte sich die Produktion
- In Texas war das
Produktionsmamimum 1971, heute Produktionsniveau der 30er Jahre
- Selbst in 2000
nahm die Produktion ab, in den letzten Monaten des Jahres sogar wieder
stärker – USA kann die Produktion nicht mehr erhöhen (Offizielle
Umfragen ergeben einen Produktionsrückgang um 1 – 2 %; Industrieumfragen
bei den größten Ölproduzenten lassen auf einen deutlich
stärkeren Produktionsrückgang in der Gegend von 5 – 8 % schließen)
Folie 12: Gasproduktion
und Importe USA
- In den USA ist
die Versorgungslage mit Strom, Öl und Gas extrem angespannt. Es
gibt praktisch keine freien Produktionskapazitäten
- Am schlimmsten
war die Situation bisher in Kalifornien. Eine wesentliche Ursache dort
ist die unvollständige Liberalisierung des Strommarktes. Der Endverkaufspreis
wurde eingefroren, nur im Vor- und Zwischenhandel wurde eine Liberalisierung
zugelassen. Nachdem nicht dem steigenden Strombedarf entsprechend Kapazitäten
zugebaut wurden, mußte Strom zunehmend importiert werden. Der
Stromimportpreis stieg jedoch einmal aufgrund der gestiegenen Nachfrage,
und zum zweiten aufgrund der gestiegenen Gaspreise deutlich über
den Verkaufspreis
- Dadurch erzielten
die beiden großen Versorger (Pacific Gas & Electric und Sourthern
California Edison) innerhalb der vergangenen 8 Monate einen Verlust
von ca. 11 Mrd $.
- Die Vorlieferanten
fürchteten um die Zahlungsfähigkeit und reduzierten die Lieferungen
nach Kalifornien – dies spitzte die Lage dramatisch zu
- Die Krise wird
sich vermutlich in den kommenden Monaten noch weiter zuspitzen, da der
sommerliche Strom- und Gasverbrauch entgegen den früheren Jahren
eher noch zunehmen wird. Neue bereits im Bau befindliche Stromerzeugungskapazitäten,
die den Engpaß im Stromsektor aufweiten sollen, werden für
eine zusätzliche Erdgasnachfrage sorgen – dies ist keine Lösung
des Problems
- In Kalifornien
gehen im Sommer 2001 etwa 1,8 GW an Gaskraftwerken ans Netz. Allein
dies wird den US-Gasverbrauch bereits um fast 0,3 % anheben.
- Die großen
alten Gasfelder zeigen einen deutlichen decline, diese können nicht
ausreichend ersetzt werden. Im Jahr 2000 ging die Gasproduktion trotz
der angespannten Lage leicht zurück
- Kanadische Gasimporte
waren deutlich niedriger als erhofft. Auch dort zeigt sich der beginnende
decline der Gasfelder. Vermutlich wird Kanada zunehmend die Gasexporte
einschränken, um die eigenen Reserven zu schonen
Folie 13: US
Gaspreise
- Aufgrund der gestiegenen
Nachfrage einerseits und der schwieriger werdenden Gasversorgung andererseits
ist der Gaspreis dramatisch gestiegen. In den letzten Tagen des Jahres
2000 wurde er über 10 $ pro 1000 Kubikfuß gehandelt – dies
entspräche einem Ölpreis um die 55 $/Barrel. (Heute liegt
der Ölpreis zwischen 25-30 $ pro Barrel – Am Höchstand im
Herbst war er bei 37 $/Barrel). In manchen Gegenden liegt der Gaspreis
bereits über 20 $/Barrel.
- Am Spotmarkt in
Kalifornien wurde Gas teilweise mit 60 $ /1000 Kubikfuß gehandelt
– dies entspricht einem Ölpreis um die 300 $/Barrel
- Der Gaspreis in
den USA zeigt bereits chaotisches Verhalten. Bei diesen hohen Gaspreisen
wird der Druck auf den Ölmarkt weiter zunehmen
- Entgegen den optimistischen
Vorhersagen des Jahres 2000 drückt der hohe Ölpreis bereits
deutlich auf das Wirtschaftswachstum. Dieser Druck wird durch die hohen
Gas- und Strompreise verstärkt
- Die Energiekrise
in den USA beginnt gerade – sie ist Hauptursache für die beginnende
Rezession
- Eine schnelle Lösung
der Krise ist nicht in Sicht
- Dies kann sich
angesichts der allgemein angespannten Ölversorgungslage schnell
zu einer globalen Krise ausweiten
Folie 14: Zusammenfassung

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